Hilft Schlafen beim Abnehmen? Mythos oder Realität?

By Tina Schwarz | Blog

Es gibt eine Menge Menschen, die Schlaf völlig überbewerten. Mein Opa war Bäcker und Konditor, er war selbstständig. Schlaf war definitiv eines der Bedürfnisse, die höchstwahrscheinlich nicht nur bei ihm oftmals zu kurz gekommen sind.

Wir leben in einer sehr stressigen und schnelllebigen Zeit und sind täglich so vielen Reizen und Einflüssen ausgesetzt, da ist ein gesunder Schlaf extrem wichtig. Allerdings ist Schlaf gerade auf Grund dieser Faktoren bei sehr vielen Menschen zum chronischen Mangel geworden. 

Dieser Schlafmangel wirkt sich nicht nur auf unser Wohlbefinden und sogar die Psyche aus, es spielt auch eine entscheidende Rolle für unser Gewicht angeht.

Kurzschläfer nehmen anders ab als Langschläfer

Laut einer Studie an der Universität Chicago wurde herausgefunden, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Personen gibt, die während der Gewichtsreduktion sehr wenig schliefen, sogenannten

Kurzschläfern und Personen, die viel bzw. genug Schlaf hatten, den sogenannten Langschläfern. 

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Laut einer Studie an der Universität Chicago wurde herausgefunden, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Personen gibt, die während der Gewichtsreduktion sehr wenig schliefen, sogenannten Kurzschläfern und Personen, die viel bzw. genug Schlaf hatten, den sogenannten Langschläfern. Die Abnahme der Kilos war zwar bei beiden gleich, erschreckend ist allerdings, dass der Langschläfer tatsächlich Fett abnahm, der Kurzschläfer dagegen vermehrt Muskelmasse.

Die Gründe hierfür sind einleuchtend. Zu wenig Schlaf sorgt dafür, dass die Fettverbrennung weniger wirksam ist, weil der Körper mehr Insulin benötigt. Die Verbrennung und Verarbeitung von Fett und Zucker ist stark verlangsamt. Der Fettabbau wird von den Hormonen Ghrelin und Cortisol verhindert. Bei Kurzschläfern findet man größere Mengen dieser Hormone im Blut. Sie sind für die Steuerung des Energieumsatzes und Hungers und unser Sättigungsgefühl verantwortlich. 

Wie viel Schlaf ist tatsächlich gesund?

Diese Werte sind jedoch nur als grobe Grundlage anzusehen. Der persönliche Bedarf kann stark variieren. Fakt ist, dass die Schlafdauer tatsächlich darüber entscheiden kann, ob und wie viel wir abnehmen. Wie viel Schlaf jeder Mensch benötigt ist sehr unterschiedlich und abhängig von Faktoren wie Alter, Schlafroutine, Gesundheit, Stressbelastung und unserer innen Uhr. Empfohlen wird eine Schlafdauer zwischen 6 und 9,5 Stunden. 

Schlafmediziner empfehlen folgende Referenzwerte:

  • Neugeborene/Säuglinge: bis zu 18 Stunden
  • 1-12 Monate alte Kinder: 14 bis 18 Stunden
  • 1-3 Jahre: 12 bis 15 Stunden
  • 3-5 Jahre: 11 bis 13 Stunden
  • 5-12 Jahre: 9 bis 11 Stunden
  • Jugendliche: 9 bis 10 Stunden
  • Erwachsene: 7 bis 8 Stunden

Zu viel Schlaf ist auch nicht gut 

Vorsicht bei zu viel Schlaf, denn der ist auch nicht gesund. Es wurde beobachtet, dass Menschen, die bis zu 11 Stunden oder sogar länger schlafen in der Regel häufiger krank und tatsächlich auch öfter übergewichtig sind.

Was unterstützt einen ausgewogenen Schlaf?

Um einen guten und gesunden Schlaf zu erreichen, solltest du bevor du schlafen gehst, zwischen 4-5 Stunden vorher nichts mehr essen, denn sonst ist der Magen-Darm-Trakt noch mit der Verdauung beschäftigt und der Schlaf ist alles andere als erholsam. 

Wenn möglich sollte Abends auf extrem fette oder blähende Speisen verzichtet werden. Es gibt viele Menschen, die Abends keine Rohkost, sprich Salat vertragen und davon einen Blähbauch bekommen. Hier am Besten zu gedünstetem Gemüse greifen.

Auf was wirkt sich ein gesunder Schlaf noch aus?

Wer regelmässig zu wenig Schlaf bekommt, der verhindert die Bildung von Killerzellen im Körper und macht unser Immunsystem damit anfälliger für Krankheiten.

Viele Menschen arbeiten bis spät in den Abend und natürlich bleibt dann kaum noch eine andere Möglichkeit als Abends Sport zu machen. Gegen Sport ist grundsätzlich nichts einzuwenden, gerade dann nicht, wenn man ohnehin noch ein paar Kilo abnehmen möchte oder sich einfach körperlich fit halten will. Es sollte dabei aber beachtet werden, dass man nicht all zu spät Sport macht, denn wer sich kurz vor dem Zubettgehen noch auspowert, der erhöht folglich seine Körpertemperatur und liegt dann hellwach im Bett. Wer ca. zwei Stunden nach dem Sport vergehen lässt, der hat gute Chancen auf einen erholsamen Schlaf.

Am Besten tust du nichts anders als schlafen im Bett. Damit ist natürlich Sex ausgeschlossen, denn der dient sogar der körperlichen und seelischen Entspannung und wirkt sich somit positiv auf den anschließenden Schlaf aus. Gemeint ist damit kein lesen, kein TV schauen, kein telefonieren etc. Werden solche Tätigkeiten nämlich zur Regelmäßigkeit, dann kann der Körper im Bett nicht mehr wie gewohnt abschalten und kommt weniger gut zur Ruhe.

Außerdem leiden Betroffene meist häufiger an Heisshunger-Attacken, da sie sich oft müde, schlapp und unausgeglichen fühlen. Der Körper verlangt automatisch Zucker. 

Meist greifen Kurzschläfer deshalb vermehrt zu Süßigkeiten und wir wissen alle, dass zu viel Süßigkeiten schlecht für unsere Figur sind.

Bei Menschen mit Schlafstörungen kann es sogar zu Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen kommen. Die Gesundheit unseres Herzens leidet sozusagen ebenfalls an zu wenig Schlaf und produziert folglich vermehrt Stresshormone.

Jeder kennt das. Du schläfst schlecht oder zu wenig und bist den ganze Tag gereizt, ungeduldig, unkonzentriert und total launisch. Man ist einfach zu müde und hat auf nichts Lust. Nicht wenige Menschen werden dadurch sogar depressiv. Es schlägt sich also über einen längeren Zeitraum auch auf unsere Psyche aus, ob wir wollen oder nicht.

Für alle, die aktuell im Lernstress sind oder Probleme mit ihrem Erinnerungsvermögen haben ist genügend Schlaf von großer Bedeutung, denn Schlaf hilft dem Gehirn neue Informationen ins Gedächtnis zu übertragen. Laut einer Studie schnitten Personen, die nach dem Lernen schlafen durften, bei späteren Tests um mein Vielfaches besser ab.

Mach dich nicht verrückt

Sicher machst du dir nun Gedanken über dein Schlafverhalten und vielleicht spricht dich der ein oder andere genannte Punkt an. 

Bitte mach dich deswegen jetzt nicht verrückt, höre auf deinen Körper, denn wie bei den meisten Dingen zeigt er uns, wie viel Schlaf er benötigt und wenn du etwas mehr auf dein Verhalten achtest und das nächste mal wieder Gelüste auf Süßigkeiten verspürst, dann frag dich doch mal, ob du tatsächlich gerade Süßes möchtest oder ob du dich vielleicht nur müde oder schlapp fühlst?! Achtsamkeit ist der Schüssel und kann viele Probleme lösen.

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