Vorher-Nachher nach Liposuktion und Hautstraffung
Was drei Jahre nach meiner OP wirklich geblieben ist
Die Entscheidung war alles andere als spontan
Ich weiß noch genau, wie ich damals im OP-Hemdchen saß… zitternd, voller Fragen und mit einer riesigen Portion Respekt vor dem, was vor mir lag. Drei Jahre ist das jetzt her. Drei Jahre seit meiner Liposuktion und Hautstraffung an den Armen.
Diese Entscheidung ist nicht über Nacht gefallen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits über 30 Kilo abgenommen. Mein Körper hatte sich stark verändert, aber meine Arme blieben ein Problem. Nicht nur wegen des Aussehens, sondern vor allem aufgrund der Schmerzen. Das ständige Spannungsgefühl, die schwere, schlaffe, ziehende Haut, die mir bei jeder Bewegung daran erinnerte, dass das die Folge einer großer Gewichtsreduktion, einem schlechten Bindegewebe und einem Lipödem in den Armen ist. Es war anstrengend, nicht nur beim Sport, vor allem im Alltag, beim Haarewaschen, im Haushalt.
Ich wusste: So kann und will ich nicht weitermachen. Als dann die Krankenkasse und der MDK (medizinische Dienst) die Operation abgelehnt hat, war für mich klar: Ich lasse mich davon nicht aufhalten. Ich habe angefangen zu sparen, über viele Monate hinweg, um mir diese Operation aus eigener Tasche zu ermöglichen. Ich habe mir ein Ziel gesetzt: Bis zu meinem 35. Geburtstag wollte ich eine Entscheidung treffen. Und die habe ich getroffen. Für mich. Für mein Wohlbefinden. Für ein Leben mit mehr Leichtigkeit.
Die OP: Liposuktion und Hautstraffung in einem Eingriff
Ich habe beides in einem Schritt machen lassen: die Liposuktion und die chirurgische Hautstraffung an den Armen. Pro Arm wurden etwa 1,4 Liter entfernt und zwei große Fetzen Haut. Eine Coaching-Teilnehmerin meinte mal, dass sah aus wie ein Schnitzel auf Popcorn. Es war also nicht nur Fett und Haut, die entfernt wurden, sondern buchstäblich eine Last, die da gegangen ist.
Der Eingriff selbst war weniger schlimm, als ich es erwartet hatte. Ich war gut vorbereitet, körperlich und mental. Und ich hatte Unterstützung, vor allem von meinem Partner, der in der ersten Zeit nach der OP eine große Hilfe war. Denn die Heilungsphase war intensiv. Drei Wochen lang durfte ich nichts heben, keine alltäglichen Dinge allein machen. Haarewaschen, Anziehen, sogar das Brot schneiden, all das ging nur mit Unterstützung.
Ich habe mir manuelle Lymphdrainage gegönnt, täglich. Habe meine Kompression getragen, meine Narben gepflegt, meine Energie gut eingeteilt. Es war kein Spaziergang. Aber es war es wert.
Vorher-Nachher: Sichtbare Veränderung und neues Körpergefühl
Wenn ich die Vorher-Nachher-Bilder anschaue, sehe ich einen deutlichen Unterschied. Mehr als 8-10 cm Umfang pro Arm sind verschwunden. Ich kann wieder Kleidung tragen, in der ich mich wohlfühle.
Aber das Wichtigste: Ich spüre eine neue Leichtigkeit. Ich bewege mich anders. Ich fühle mich freier. Und trotzdem… es hat gedauert, bis ich mich wirklich mit meinen neuen Armen identifizieren konnte. Anfangs fragte ich mich oft: Sind das wirklich meine Arme? Darf es sich wirklich so leicht anfühlen?
Diese emotionale Komponente wird häufig unterschätzt. Denn auch wenn der Körper sich verändert, das eigene Bild davon braucht manchmal viel länger, um nachzukommen.
Die Realität nach der OP: Kein perfektes Happy End
Ich will ehrlich sein: Nicht alles ist so geworden, wie ich es mir vielleicht erhofft hatte. Ja, ich bin kräftiger, ich trainiere regelmäßig, ich fühle mich stärker, aber sichtbar definierte Muskeln? Die habe ich trotz allem bis heute nicht.
Das frustriert mich manchmal. Vor allem, wenn ich online scheinbar perfekte Ergebnisse sehe, bei Frauen, die nie trainiert haben und jetzt wie aus dem Katalog aussehen. Aber ich weiß auch: Jeder Körper ist anders. Und mein Ziel war nie, perfekt zu sein, sondern mich wieder wohler, schmerzfreier und beweglicher zu fühlen. Und das habe ich erreicht.
Was niemand sagt: Die mentale Seite der Heilung
Was fast niemand ausspricht: So ein Eingriff kann auch alte Wunden wieder aufreißen. Bei mir hat die OP meine Essstörung wieder an die Oberfläche gebracht. Plötzlich war da wieder dieser Druck, jetzt „perfekt“ sein zu müssen. Nicht zunehmen zu dürfen. Immer abzuliefern.
Diese Gedanken kamen schleichend und sie waren heftig. Ich musste vieles neu sortieren, mein Körperbild hinterfragen, mein Vertrauen in mich selbst wiederfinden. Und ich bin noch auf diesem Weg. Aber ich habe gelernt: Es ist okay. Heilung ist nicht linear. Und sie beginnt oft erst nach der sichtbaren Veränderung.
Für wen eine OP sinnvoll sein kann, und für wen eher nicht
Ich werde oft gefragt: „Würdest du es wieder tun?“ Meine Antwort ist ganz klar: Ja. Aber ich hätte diesen Eingriff nie gemacht, wenn ich nicht vorher meinen Körper gestärkt und mein Mindset verändert hätte.
Eine OP kann entlasten, ja – körperlich und seelisch. Aber sie ist keine Abkürzung. Keine Lösung für alles. Du brauchst eine stabile Basis. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Dir Hilfe zu holen. Die OP ist ein Teil des Weges und nicht das Ziel.
Deshalb empfehle ich sie nur dann, wenn der Leidensdruck groß ist, wenn du dich bereits mit dir und deinem Körper auseinandergesetzt hast. Wenn du Stabilität spürst. Für alle anderen kann das Ergebnis enttäuschend sein. Denn du nimmst dich selbst mit, auch in den neuen Körper. Und ich habe selbst erfahren müssen, dass die beste Vorbereitung manchmal noch zu wenig sein kann!
Mein Fazit: Dankbarkeit, Mut und der Blick nach vorn
Drei Jahre später blicke ich mit Dankbarkeit zurück. Ich bin stolz auf meinen Mut. Auf meinen Körper. Auf alles, was ich durchgestanden habe. Aber ich bin auch ehrlich: Es war nicht nur leicht.
Diese OP hat mein Leben verändert, und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Sie hat mich gezwungen, hinzuschauen. Verantwortung zu übernehmen. Alte Muster zu erkennen. Und genau deshalb war sie richtig.
Mit Lipödem zu leben, ist ein Prozess. Du kannst dich nicht einfach gehen lassen, du darfst ein Leben lang achtsam mit dir sein und du musst einen realistischen Weg finden und das musst du nicht allein machen. Du darfst Hilfe annehmen. Du darfst ehrlich zu dir sein. Und du darfst dich für dich selbst entscheiden.
Wenn du das Gefühl hast, du brauchst Unterstützung auf deinem Weg, dann melde dich gern bei mir. Du musst dich nicht beweisen. Du musst dich nicht verstecken. Du darfst dich zeigen, so wie du bist.
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